Über uns
Die neuewelt begleitet Menschen mit psychosozialen Schwierigkeiten auf ihrem Weg zu mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität. Mit Wohnangeboten, Tagesstrukturen und individueller Unterstützung fördert sie Integration, Ressourcen und ein eigenverantwortliches Leben auf christlicher Wertebasis.
Nächstenliebe als Fundament unserer Arbeit
Die neuewelt
Menschlichkeit ist unser Antrieb – Professionalität unser Anspruch. Die neuewelt verbindet Herz mit fachlicher Kompetenz und klaren Strukturen, um Menschen wirksam, verlässlich und auf Augenhöhe zu begleiten.
Was uns in unserer Arbeit leitet
Auftrag und Haltung
Respekt und Toleranz,
Transparente Zusammenarbeit,
Hohe fachliche Qualität
Gemäss unserem Auftrag „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ betreuen und begleiten wir Menschen mit psychosozialen Schwierigkeiten in eine so weit wie möglich selbständige und lebensbejahende Existenz.
Als Teil der christlichen Kirchen und Gemeinschaften orientieren wir uns am biblischen Menschenbild. Wir betreiben Wohnformen und tagesstrukturierende Angebote, die auf die Integration von Menschen mit psychosozialen Schwierigkeiten ausgerichtet sind.
Wir bieten konkrete Hilfen zur Alltagsbewältigung an und fördern lebenspraktische Fähigkeiten. Dabei arbeiten wir nach folgenden Grundsätzen:
- Wir begegnen unseren Mitmenschen – unabhängig von ihrem sozialen, kulturellen und religiösen Hintergrund – mit Wertschätzung und Toleranz
- Wir arbeiten konstruktiv und transparent mit dem Kanton sowie weiteren öffentlichen und privaten Institutionen zusammen.
- Wir erbringen unsere Leistungen professionell und in hoher fachlicher Qualität.
Menschen, die Verantwortung tragen
Vorstand und Geschäftsstelle
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Vorstand
Dem Vorstand des Vereins „neuewelt“ gehören aktuell folgende Personen an (v.l.n.r):
- Urs Gerber, Pastor, ehem. Geschäftsleiter Diakonische Stadtarbeit Elim in Basel, Vorstandsmitglied
- Thomas Gunz, stv. Geschäftsleiter und Leiter wg neuewelt, Beisitzer
- Markus Wahl, Architekt TSH, Vorstandsmitglied
- Luzia Zuber lic. iur., Basel, Vereinspräsidentin
- Simon Sturzenegger, dipl. Betriebswirtschafter HF, Vorstandsmitglied
- Andreas Meier, Geschäftsleiter neuewelt, Beisitzer
Das Team der Geschäftsstelle
Wie aus einer Herzensidee ein Zuhause für Menschen wurde
Die Geschichte des Vereins neuewelt
Alles begann
mit einer
schlichten Frage
Aus einer engagierten Initiative in den 1980er-Jahren entstand der Verein neuewelt mit dem Ziel, Menschen in schwierigen Lebenssituationen konkret zu unterstützen. Was mit zwei Häusern und viel persönlichem Einsatz begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem vielfältigen Angebot aus betreutem Wohnen, ambulanter Begleitung und Arbeitsmöglichkeiten. Und stets getragen von Beziehung, Verlässlichkeit und dem Wunsch, echte Perspektiven zu schaffen.
Was heute als Verein neuewelt Menschen Halt gibt, begann mit einer schlichten Frage:
Was machen wir jetzt? Menschen hatten Hilfe gefunden. Abends standen sie wieder allein auf der Strasse.
Diese Frage hat eine Gemeinschaft in Bewegung gesetzt. Diese Bewegung dauert bis heute an.
Tauchen Sie ein in unsere Geschichte und entdecken Sie Meilensteine, Entwicklungen und persönliche Geschichten, die neuewelt geprägt haben.
Basel, Ende der Siebzigerjahre. Die offene Drogenszene prägt das Stadtbild. Obdachlosigkeit ist täglich sichtbar.
Die Gemeinde der GFU Basel, die heutige BewegungPlus, evangelisiert auf dem Marktplatz. Mit einem Bus-Café. Mit Liedern und Gesprächen. Mit echter Berührung.
Peter Schild, damals Pastor der GFU, erlebt etwas, das ihn nicht lässt: Menschen begegnen Jesus und stehen danach wieder allein auf der Strasse.
«Wir gehen heim, und die Leute hängen jetzt einfach wieder rum. Die Herzen sind berührt worden. Und dann: Was machen wir jetzt?»
Die Frage lässt Peter Schild nicht schlafen. Sie lässt die ganze Gemeinde nicht schlafen.
Zuerst sind es vor allem Jugendliche, die niemanden haben. Viele kommen aus dem Waisenhaus, leben auf der Gasse, manche prostituieren sich, um zu überleben. Die Gründer merken schnell: Punktuelle Begegnungen reichen nicht. Es braucht kontinuierliche Begleitung, am besten unter einem Dach, im selben Haus.
Während einer Woche des Fastens empfängt einer der Gründer eine Vision. Ihr Titel: «Ein neuer Lebensstil.»
So entsteht ein Verein, und gleich auch sein Name: «zem wäg». Denn man hat den Menschen einen Weg anzubieten. Und weil Jesus von sich sagt, er sei «der Weg», wird daraus das Fundament: einen Weg gehen und auf diesem Weg begleitet werden.
Peter Schild liest in der Zeitung, dass ein Zehnzimmer-Haus an der Bundesstrasse 11 zum Verkauf steht. Kurz zuvor hat eine Frau aus der Gemeinde in einem Traum ein Haus gesehen und es beim Vorbeifahren mit dem Velo wiedererkannt.
Als Peter Schild zur Besichtigung kommt, steht im Treppenhaus bereits die Konkurrenz: rund zehn Architekten und Immobilienmakler umringen den Vertreter der Erbengemeinschaft. Dieser fragt Schild nach seinem Vorhaben. Schild antwortet, er wolle heimatlosen Menschen, die ganz unten angekommen sind, eine Familie bieten und ihnen wieder aufhelfen.
Da richtet der Eigentümer sofort den Zeigefinger auf ihn: Er solle es haben. Die Besichtigung ist beendet.
«Heute ist die Liegenschaft Bundesstrasse 11 total saniert. Zu heutigen Verhältnissen war es damals eine Bruchbude. Man ist eingezogen und hatte kein Geld. Dann hat man angefangen zu streichen, während man drinnen war.» (Thomas Gunz, Co-Geschäftsführer der neuewelt)
Das Haus ist da, das Geld nicht. Rund eine Million Franken müssen bei vielen Geldgebern zusammenkommen: mit Spenden, mit zinslosen Darlehen, mit allem, was die Gemeindeglieder haben. Renoviert wird ehrenamtlich, denn in der Gemeinde gibt es Handwerker, Bauleute und kaufmännisch Erfahrene. Jede und jeder streicht das eigene Zimmer selbst.
Nach rund drei Jahren, nach 36 Monaten Renovation, ziehen die ersten Menschen ein.
Peter Schild zieht mit seiner Frau Ruth und den Kindern ein. Auf jedem Stock wohnt jemand vom Team. Miete und Essen kosten zusammen 600 Franken pro Person. Abends sitzen 25 bis 30 Menschen am grossen Tisch: gemeinsames Essen, eine kleine Andacht, Lieder. Eine Waschmaschine für alle.
Aufnahmekriterium ist, dass die Menschen heraus aus der Gasse wollen, indem sie sich auf «den Weg» einlassen. Weil Betreuende und Bewohnende im selben Haus leben, ist die Atmosphäre familiär. Viele junge Leute erleben zum ersten Mal eine stabile Familie. Vreni Müller, langjährige Mitarbeiterin, erinnert sich: In jener Zeit werden mindestens zehn Menschen von Drogen frei, ohne rückfällig zu werden.
Ab Mitte der Achtzigerjahre nimmt der Verein zusätzlich Menschen mit Drogenproblemen auf. Das Leben im Haus wird intensiver, turbulenter. Es gibt kalte Entzüge, manche mit nachhaltiger Abstinenz.
Kein Konzept, kein Leistungsvertrag. Nur Herzblut, Freiwillige und die Überzeugung, dass Gemeinschaft heilt.
Das Haus an der Bundesstrasse ist bald voll. Der Verein erwirbt am 2.3.1987 ein zweites Haus, im Münchensteiner Ortsteil «Neue Welt» (Emil Frey-Strasse 41). Sein Fokus: Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ein Zuhause bieten. Auch hier wohnen die Betreuenden im selben Haus.
Dieser Ort gibt dem Werk später seinen Namen. Aus dem Quartier «Neue Welt» wird die «wg neuewelt» und schliesslich der Verein neuewelt.
Renoviert wird auch hier mit den eigenen Händen: Gipswände stellen, Wasserleitungen verlegen, streichen.
Ein Ehepaar aus Neuseeland besucht das Team und sagt: «Das wird euch mal überspringen.» Gemeint ist: übervoll sein mit Kreativem.
Die geplante Schreinerwerkstatt kommt nie. Dafür kommt etwas anderes: Kreativität. Kunst. Leben.
Aus einer Wohngemeinschaft mit Herzblut wird langsam eine Organisation. Konzepte entstehen, Strukturen bilden sich.
Jeder Mensch, der in dieser Zeit dazukommt, hat eine eigene Geschichte. Zwei davon prägen die neuewelt bis heute: Thomas Gunz und Andreas Meier.
1985, mit 26 Jahren, bricht Thomas Gunz’ langjährige Freundschaft auseinander. Eine tiefe Sinnkrise folgt.
Über Christoph Mühlberger findet er den Weg zum Glauben und zur Arbeit an der Bundesstrasse.
Er ist begeistert. Er ist berührt. Er gehört dazu.
1988 gibt er seine Wohnung auf. Er zieht ins Haus ein, lebt Jahre dort.
Als er wieder auszieht, sagt Alex Strässle beim Abschied: «Thomas, ich denke, du wirst auch irgendwann noch mal in so einer Arbeit landen.»
Alex Strässle hat recht behalten.
1992 kommt Thomas Gunz als Arbeitsagoge zurück. Als Gärtner von Beruf arbeitet er mit den Bewohnenden im Garten.
Zweimal pro Woche auf einem Feld in Lupsingen. Kartoffeln pflanzen, Karotten setzen.
«Den Drogenleuten wollten wir zeigen, was sie können. Es ist auch gut gelaufen, ab und zu gab es Abstürze. So hat man mit ihnen gearbeitet.»
Basel hat eine grosszügige Tradition im Sozialwesen: Der Kanton unterstützt viele Institutionen, die Menschen begleiten, welche sonst kaum Chancen hätten. Der Verein «zem wäg» entscheidet sich, ebenfalls staatliche Unterstützung aufzugleisen.
Das hat zwei Folgen: Aus Taschengeld werden Löhne. Aus Laienbetreuung wird Professionalität.
Nicht alle sehen diesen Weg gleich. In der Auseinandersetzung zeichnen sich drei Haltungen ab:
Erstens: Gott vertrauen, dass er versorgt, hilft und die Ziele angibt. Aufnahmekriterium ist, dass sich die Bewohnenden auf Gott einlassen.
Zweitens: dem Staat, der Medizin und der Professionalität vertrauen. Aufnahmekriterium ist, dass sich die Bewohnenden auf die Therapie einlassen.
Drittens: sowohl als auch. Christliche Grundwerte und professionelle Arbeit. Aufnahmekriterium ist die Therapie; wie jemand zu Gott steht, bleibt ihm selbst überlassen.
Dieser Spannungsbogen begleitet die neuewelt bis heute: Glaube und Fachlichkeit, Herz und Struktur.
Aus gelebter Praxis werden nun Papiere. Alex Strässle, der einzige ausgebildete Sozialpädagoge, beginnt Konzepte zu schreiben.
Leistungsverträge mit dem Kanton entstehen. Ein wichtiger Schritt, und gleichzeitig ein Wendepunkt.
Die Arbeit bekommt Struktur. Sie verliert dabei nicht ihre Seele.
1996 kommt Andreas Meier zur neuewelt. Als Mitglied der GFU ist er der Gemeinschaft nicht fremd.
Was als Mitarbeit beginnt, wird sein Lebenswerk.
Eine kantonale Abstimmung verändert alles. Das Vier-Säulen-Prinzip in der Drogenpolitik nimmt Form an.
Abstinenzorientierte Therapieangebote haben keinen Platz mehr im staatlichen System. Viele Häuser kämpfen. Manche schliessen.
In Basel öffnen Gassenzimmer und Abgabestellen. Das System richtet sich nicht mehr auf Abstinenz, sondern auf Substitution aus. Bei vielen Betroffenen sinkt der Wille, drogenfrei zu leben. Das trifft auch die Bewohnenden an der Bundesstrasse.
Die offenen Plätze bleiben leer. Arbeitsplätze werden gestrichen. 2005 wird das Haus an der Bundesstrasse 11 schliesslich weitervermietet, an die Diakonische Stadtarbeit Elim, die dort viele Jahre christliches Gemeinschaftsleben verwirklicht.
Die Arbeit am Standort Neue Welt in Münchenstein läuft weiter.
Während Basel ruht, entwickelt sich Münchenstein weiter. Aus Zweierzimmern werden Einzelzimmer, der Standard steigt. Von dreizehn Betreuungsplätzen werden zunächst nur noch neun bewilligt, bis im Dachstock neue Zimmer entstehen.
Vor dem Haus steht eine Scheune. Die Tiere ziehen aus, die Scheune wird umgebaut, die Büros ziehen hinein. So bekommen die Bewohnenden mehr Platz, und das Haus bekommt weniger Institutions-, mehr Wohncharakter.
Jahrelang stellt sich die Frage: Kann die Bundesstrasse 11 wieder als betreutes Zuhause dienen? Konkret wird sie 2012, als die «wg neuewelt» vier zusätzliche Plätze für intensive ambulante Wohnbegleitung erhält. Mit dem Kanton Basel-Stadt wird über Standort und Tarif verhandelt.
Anfang 2013 stimmt der Kanton der «Verlegung» von vier betreuten Plätzen an die Bundesstrasse 11 grundsätzlich zu. Nun entsteht ein Nutzungskonzept für die ganze Liegenschaft, nach den Anforderungen des Richtraumprogramms der Invalidenversicherung, eng begleitet von Carmen Ronco von der Behindertenhilfe Basel-Stadt.
Schnell ist klar: Ein zeitgemässes Konzept verlangt weitreichende bauliche Massnahmen. Und die sind nur möglich unter den Auflagen der Feuerpolizei und der Denkmalpflege. Denn die Bundesstrasse 11 ist ein schönes Jugendstilhaus. Besonders das Treppenhaus und die angrenzenden Räume sollen erhalten bleiben.
Eine Grobkostenschätzung von Tony Ronchi (Vorstandsmitglied und Immobilienfachmann) und Architekt Christoph Linder ergibt rund 700’000 Franken.
An der Mitgliederversammlung 2013 sagt die Trägerschaft Ja. Die Architekten Christoph Linder (Hausarchitekt) und Markus Wahl (Architekt vor Ort) konkretisieren das Projekt.
Doch niemand weiss, was hinter Verputz und Verschalungen steckt. Unter einer Gipsdecke kommt ein statisch tragender Stahlträger zum Vorschein: durchgerostet. Ein Gebäudeteil ist vom Einsturz bedroht.
Es wird ein kreativer Balanceakt: Mehraufwand an der einen Stelle, Einsparungen an der anderen, stets mit dem Ziel, den Kostenrahmen von 750’000 Franken nicht zu sprengen. Markus Wahl erweist sich als Troubleshooter, der die Fäden in der Hand behält.
«Mit wenig Geld eine optimale Lösung zu finden, verlangt Konzentration auf das Wesentliche und Flexibilität, auf Überraschungen einzugehen.» (Markus Wahl, Architekt)
Nach acht Monaten Bauzeit übernimmt der Verein die Liegenschaft in neuem, altem Glanz.
Die Bundesstrasse 11 öffnet wieder ihre Türen am 9.5.2014, diesmal als villa neuewelt. Ein Haus, das Menschen mit und ohne psychische Beeinträchtigung unter einem Dach vereint.
Im Erdgeschoss entsteht eine Wohngemeinschaft mit vier Plätzen im betreuten Wohnen. Im ersten und zweiten Stock wohnen Menschen mit intensiver ambulanter Wohnbegleitung, dazu das Büro. Im zweiten Stock und im Dachstock leben Menschen ganz ohne Unterstützung, als Teil der Hausgemeinschaft. Eine Familie, die früher schon hier wohnte, zieht wieder ein und bietet einen Hausgottesdienst an, offen für alle.
So ergänzen sich die Häuser: die villa neuewelt mit etwas mehr Stabilität, der Standort Neue Welt mit dem gewachsenen Wohnangebot.
Aufgrund der Nachfrage werden 2016 auch die vier begleiteten Plätze in betreute Plätze umgewandelt.
Zur Wiedereröffnung gibt sich die neuewelt ein neues Signet: zwei einander entgegengestreckte Hände. Sie bieten sich an, ohne zuzugreifen. Sie schützen, ohne zu vereinnahmen. Zusammen bilden sie ein «N» und eine Flamme. Himmelblau und erdenbraun: die Hand des Himmels und die Hand der Menschen.
Gleichzeitig geht die neue Homepage online: www.neuewelt.ch.
«Wenn ein Feuer brennt, durchzieht keine kühle institutionelle Sterilität das Haus, sondern eine lebendige Wärme.»
Was heute als Verein neuewelt besteht, ist nicht am Reissbrett entstanden. Es hat sich entwickelt.
Schritt für Schritt. Aus konkreten Bedürfnissen von Menschen heraus. Jedes Angebot hat eine eigene Geschichte.
Manche Bewohnende der WG neuewelt werden stabiler. Sie brauchen weniger intensive Begleitung im Haus, aber noch Halt.
Die Lösung: externe Wohnungen. Das Team betreut sie in ihren eigenen vier Wänden.
Der Kanton erkennt das Potential. So entsteht die Ambulante Wohnbegleitung (AWB), heute ein eigenständiger Bereich.
Die Menschen in der WG wollen Beschäftigung. Nicht nur Wohnen, auch Tun. Einen Ort, wo man dazugehört.
An der Schwertrainstrasse 11 entsteht das erste Atelier. Betreute Tagesgestaltung für Menschen, die keinen klassischen Berufsalltag halten können.
Der Kanton finanziert mit. Mit der Zeit kommt die Schwertrainstrasse 18 dazu. Weitere Ateliers entstehen.
In der Küche der WG neuewelt fällt Arbeit an. Manchmal viel, manchmal fast gar keine.
Irgendwann entsteht eine Idee: Was, wenn wir etwas herstellen? Etwas, das wir auf Vorrat produzieren können?
Eine kleine Pastamaschine wird angeschafft. Pasta für den internen Gebrauch. Dann für mehr.
Die Produktion wächst, verselbständigt sich, begeistert. Begleitete Arbeitsplätze entstehen: echte Stellen, echter Sinn.
Die Kantine der WG neuewelt wird besser und besser. Und irgendwann entsteht der Gedanke: Schade, wenn niemand von aussen davon profitieren kann.
Die bestehenden Räumlichkeiten lassen das nicht zu. Die Suche nach einer geeigneten Liegenschaft beginnt.
Hofackerstrasse 79, Muttenz
Die Liegenschaft an der Hofackerstrasse 79 passt: gross genug für die Pasta-Manufaktur, mit Produktionsküche und Platz für ein Bistro. Sie ist die jüngste Liegenschaft des Vereins.
Heute verbindet das Bistro zwei Welten: Menschen mit begleiteten Arbeitsplätzen und Gäste von draussen, die gutes Essen geniessen.
Die Menschen, die heute stationär in der WG oder der villa neuewelt wohnen, sind oft schwerer erkrankt als noch vor zwanzig Jahren.
Menschen, die seit Jahren die Wohnung nicht mehr verlassen können. Der Zahnarzt kommt in die WG, weil die Bewohnerin nicht heraus kann.
Das braucht mehr als eine gute Struktur. Das braucht echte Beziehung. Präsenz. Ausdauer.
«Beziehung ist wirklich entscheidend. Dass sie sich wohl fühlen, dass sie in einer familiären Struktur eingebunden sind, das macht viel aus.»
Das Team der neuewelt trägt dieses Gewicht nicht allein. Es trägt es gemeinsam.
Und trotzdem, oder gerade deshalb, gibt es Momente, die Kraft geben. Menschen, die sich geborgen fühlen. Die sagen: Hier bin ich sicher.
Bewohnerinnen und Bewohner erzählen, was ihnen die neuewelt bedeutet:
«Boden unter den Füssen. Geborgenheit. Nicht mehr nutzlos zu sein. Wenn man schaut, wie es mir vorher ging: jetzt gehe ich das Treppchen rauf.» (Rainer)
«Dass ein Team da ist, wenn es einem nicht so gut geht. Mein grösster Wunsch ist, ein normales Leben zu führen.» (Lea)
«Man lernt hier, dass man eigentlich normal ist, und man redet nicht immer von der Krankheit. Das finde ich gut.» (Daniel)
Alles, was wir heute als Werk bewirtschaften, verdanken wir vielen Menschen früherer Tage.
Christen und Christinnen, die Geld spendeten und Darlehen gaben. Ein Verkäufer, der aus dem Herzen heraus verkaufte. Ein Pastor, der mit seiner Familie in zwei Zimmer zog.
Freiwillige, die Kartoffeln setzten. Mitarbeitende, die bis heute aushalten, tragen und da sind.
Die Geschichte der neuewelt ist keine Geschichte von einem Konzept.
Es ist die Geschichte von Menschen, die sich haben bewegen lassen und dadurch andere Menschen bewegt haben.